Einnahme von Vitamin D3 gefährlich?

Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass der menschliche Organismus ein sehr komplexes System darstellt, bei dem viele Zahnräder ineinandergreifen bzw. ineinandergreifen müssen. All zu oft wird dieser Sachverhalt nicht berücksichtigt und es werden immer wieder einfache Lösungen präsentiert, die alles andere als die Komplexität des Ganzen berücksichtigen und in der Folge mehr Schaden hervorrufen, als nützlich zu sein.

Zahnräder

 

Zurzeit ist es zum Beispiel sehr populär, den Vitamin D3 Spiegel im Blut zu messen. Fast sämtliche chronische Erkrankungen werden mit einem Mangel dieses Vitamins in Verbindung gebracht. Diese Vorgehensweise wird durch eine Vielzahl von Studien und Veröffentlichungen bestärkt, die aufzeigen, wie wichtig ausreichende Spiegel dieses Vitamins sind. Gleichzeitig wird eine einfache – übrigens auch für jeden praktizierenden Mediziner einfache Lösung dieses Problems propagiert – die Substitution dieses Vitamins. Zweifel bezüglich dieser Praxis gibt es kaum noch. Ganz im Gegenteil, es ist selbstverständlich geworden, das jeder Mediziner (Heilpraktiker eingeschlossen) diesen Wert bestimmt und bei erniedrigten Werten ein Vitamin D3 Präparat verabreicht. Diskussionen werden darüber geführt, wieviel Vitamin D3 sinnvoll ist, wie hoch der Spiegel sein muss, oder in welcher Form es gegeben wird (isoliert oder als Lebertran), oder mit welchen Begleitstoffen (Vitamin K2, Vitamin A, Magnesium, Calcium etc.) es verabreicht wird.

Einige Fakten

Der gemessene Vitamin D3 Wert im Blut entspricht der Speicherform (auch: Calcidiol genannt) dieses Vitamins und wird bei Bedarf in seine aktive Form, dem Calcitriol, umgewandelt. Die Bildung von Vitamin-D3 geschieht in erster Linie durch Sonneneinstrahlung über die Haut, wobei der Körper über ein fein abgestimmtes Regulationssystem verfügt, das die Höhe der Produktion bestimmt.   

Niedrige Vitamin D3 Werte können also durch einen Mangel an Sonnenlicht ODER/UND durch die fehlende Umwandlung in der Haut entstehen! Die fehlende Umwandlung wiederum kann Folge von einem Mangel der notwendigen Co-Faktoren (z.B. Magnesium, das für alle Vitamin D3-Umwandlungsschritte benötigt wird) sein, oder einen natürlichen Kompensationsmechanismus darstellen, um eine vermehrte Vitamin D Produktion zu vermeiden (z.B. in Folge von erhöhten aktiven Vitamin D3 Spiegeln oder Störungen im Calciumhaushalt, die zu einer Verkalkung des Gewebes führen könnten).

Letztere Möglichkeiten finden aber keine Berücksichtigung bei der heutigen Vorgehensweise der Vitamin D Substitution. Werden erniedrigte Werte von Vitamin D3 im Blut festgestellt, wird Vitamin D3 verabreicht. Die Umgehung der natürlichen und sensiblen Regulationsmechanismen der Produktion über die Haut birgt aber die große Gefahr der Überdosierung.

Mögliche Gefahr: Die Gewebsverkalkung

Vitamin D3 ist so ein gewaltiger Regulator im menschlichen Organismus, da er maßgeblich die Steuerung des Calciumhaushalts beeinflusst. Die Aufgaben dieses zentralen und mengenmäßig größten Elements im Menschen sind so vielfältig, dass jede Erkrankung mit einer Störung im Calciumstoffwechsel einhergehen kann. So ist die Grundlage jeglicher Art von Zivilisationskrankheit, wie Arterienverkalkung, Osteoporose, Schlaganfälle, Diabetes, Autoimmunstörungen, Arthrose, Nierensteine, etc.  mit einer Störung im Calciumhaushalt verbunden. Vereinfacht ausgedrückt entstehen diese Erkrankungen durch eine Verteilungsstörung, bei der das Calcium nicht mehr dort eingelagert wird, wo es sollte – es wandert vom Knochen ins Gewebe bzw. in die Zelle. Dieser Prozess führt auf der einen Seite zu einer fehlenden Festigkeit und Struktur der Knochen und auf der anderen Seite zu Verhärtungen, Verkalkung, Steinbildung und Entzündungen beteiligter Gewebe und Organe.

Entscheidend für die Fragwürdigkeit der bestehenden Praxis Vitamin D3 bei zu niedrigen Werten zu substituieren ist die Tatsache, dass in der konventionellen Diagnostik kein Parameter existiert, um die Auswirkungen eines gestörten Calciumstoffwechsels frühzeitig zu bestimmen. Erhöhte Calciumwerte im Blut – die eine Verteilungsstörung bzw. Problematik des Calciumhaushalts aufzeigen könnten, werden nur in Zusammenhang mit selten auftretenden Erkrankungen (z.b. Überfunktion der Nebenschilddrüse), in Verbindung gebracht. Die Häufigkeit dieser Erkrankungen stehen aber absolut in keinem Verhältnis zu dem Ausmaß der heute bestehenden Zivilisationserkrankungen. Da Calcium viele lebenswichtige Funktionen (Blutgerinnung, Hormon-und Neurotransmitterhaushalt etc.), muss der Blutcalciumspiegel eben zum Schutz des Lebens in engen Grenzen gehalten werden. Das ist auch der Grund, dass selbst sehr hohe Gaben von Vitamin D3 nur in sehr seltenen Fällen zu Veränderungen der Calciumwerte im Blut führen.

Das bedeutet, dass Störungen im Calciumhaushalt in der gesamten Routinediagnostik, wie sie heute durchgeführt wird, nicht sichtbar werden.

Die mögliche Forcierung einer Verkalkungstendenz durch zusätzliche Vitamin D Gaben (die Hauptaufgabe von Vitamin D3 liegt in der Resorption von Calcium aus dem Darm) zeigt sich somit auch erst lange Zeit später – in der Regel erst dann, wenn bereits manifeste Störungen bestehen.

Die Haaranalytik und der Calciumhaushalt

Einer der großen Vorteile der Haarmineralanalyse ist die Erfassung des Calciumhaushalts auf der Gewebsebene des Körpers.  Ganz im Gegensatz zur konventionellen Routinediagnostik werden Störungen hier frühzeitig sichtbar.  Die Erfahrung zeigt, dass ca. 80 % der Menschen einen zu hohen Calciumwert im Haargewebe aufweisen, und damit eine Störung im Calciumhaushalt besteht. Weiterhin zeigt sich, dass zusätzliche Gaben von Vitamin D3 diese Störung nicht beheben, sondern das Gegenteil bewirken – der Calciumwert im Gewebe steigt an – die Verkalkungstendenz und das damit verbundene Erkrankungsrisiko erhöht sich.

Die Erkenntnisse aus der Haaranalytik legen nahe, dass die Störungen im Calciumhaushalt tieferliegende Ursachen haben müssen (z.B. Stressbelastung, Mineralstoffmängel, etc.). Die Folgen dieser Störung, aber nicht die Ursache, zeigen sich mitunter in erniedrigten Vitamin D3 Werten im Blut.

Einen zusätzlichen Hinweis für die Fragwürdigkeit der Vitamin D Substitution finden wir in der Notwendigkeit einer ausreichenden Magnesiumversorgung für jeden Schritt der Vitamin D3 Synthese (1/2/3). Die Bestimmung des Magnesiumbedarfs ist eine weitere Domäne der Haaranalytik. Im Gegensatz zum Blut – in dem die Aufrechterhaltung bestimmter Magnesiumspiegel lebensnotwendig sind – zeigt sich in fast jeder Haaranalytik ein mehr oder minder ausgeprägter Magnesiummangel. Magnesium hält Calcium in Lösung, verhindert also als Gegenspieler von Calcium Verkalkungstendenzen.  Vitamin D3 Gaben erhöhen die Calciumaufnahme aus dem Darm und erhöhen somit das Ungleichgewicht dieser beiden wichtigen Mineralstoffe in Richtung Calcium.

Magnesiumgaben hingegen können die Vitamin D3 Spiegel im Blut ansteigen lassen. Auch hier sehen wir einen Hinweis für die natürliche Regulation des Vitamin D3 Spiegels im Blut. Ist nicht ausreichend Magnesium vorhanden wird auch die Calciumaufnahme über einen verminderten Vitamin D 3 Spiegel gedrosselt, um den Gesamtorganismus vor größerem Schaden zu schützen.

Zusammenfassung

Die Substitution mit Vitamin D3 auf alleiniger Grundlage des Vitamin D3 Wertes im Blut ist sehr fragwürdig.  Die fehlende Produktion dieses wichtigen Vitamins kann zum Einen auf einen Lichtmangel zurückzuführen sein, aber eben auch als notwendiger Kompensationsmechanismus verstanden werden, um den Körper vor größeren Schäden zu bewahren (z.B. als Folge eines Magnesiummangels oder einer Störung im Calciumhaushalt)

In jedem Fall sind Störungen im Calciumstoffwechsel – wie Sie durch erhöhte Calciumwerte in der Haaranalyse aufgezeigt werden – eine Kontraindikation für eine Substitution mit Vitamin D3.

Grundlage der Regulierung des Vitamin D3 Spiegels ist eine ausreichende Versorgung mit Tageslicht, umfasst aber auch – und das zeigt uns ebenfalls die Haaranalytik – viele weitere Faktoren, wie z.B. die Stressbelastung, Mineralstoffmängel (insbesondere Magnesium) etc.

 

Quellen

1.Magnesium, vitamin D status and mortality: results from US National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) 2001 to 2006 and NHANES 

2. Low magnesium levels make vitamin D ineffective "Up to 50 percent of US population is magnesium deficient"

3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3854088/

 

 

 

 


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